Wie viel Kindesunterhalt muss ich zahlen?
Es richtet sich nach Einkommen und Alter. Der Kindesunterhalt wird nach der Prozentwertmethode als Anteil des monatlichen Nettoeinkommens des Zahlenden berechnet: 16 % (0–5 Jahre), 18 % (6–9), 20 % (10–14), 22 % (ab 15). Diese Prozentsätze verringern sich für weitere Sorgepflichten (−1 %-Punkt je weiteres Kind unter 10, −2 je Kind ab 10, Abzug für unterhaltsberechtigten Partner). Die Regelbedarfssätze 2026 reichen von 360 € (0–5) bis 800 € (ab 20) und dienen vor allem als Richt- und Obergrenze (Luxusgrenze). Die Familienbeihilfe wird nicht mehr angerechnet. Kurz: Prozentsatz vom Netto, gestaffelt nach Alter.
📋 Die Regeln
- Prozentwertmethode: 16–22 % des Nettos je Alter
- Abzüge für weitere Sorgepflichten
- Regelbedarf 2026: 360 € bis 800 €
- Kein gesetzlicher Mindestunterhalt als Fixbetrag
- Familienbeihilfe wird nicht angerechnet
🔓 Ausnahmen
- Luxusgrenze: Deckel bei rund 2- bis 2,5-fachem Regelbedarf
- Eigenes Einkommen des Kindes mindert den Anspruch
- Sonderbedarf (z. B. Zahnspange) kommt obendrauf
⚠️ Strafen & Bußgelder
Beispiel: Ein 10-Jähriger, dessen Vater 2.500 € netto verdient → 20 % = 500 €/Monat. Liegt der Prozentwert unter dem Bedarf, kann das Gericht anpassen; nicht gezahlter Unterhalt kann einen Unterhaltsvorschuss des Staates und eine Lohnpfändung auslösen. Achtung Mythos: „Der Regelbedarfssatz ist der Mindestbetrag, den ich zahlen muss“ ist nicht ganz richtig — bindend ist der Prozentsatz vom Nettoeinkommen; der Regelbedarf ist ein Richt- und Deckelwert, kein Fixboden. Tipp: Berechne den Unterhalt anhand deines aktuellen Nettoeinkommens und lass ihn bei Streit gerichtlich festsetzen.
📎 Offizielle Quellen
- unterhaltsrecht.at · Regelbedarfssätze →
- oesterreich.gv.at · Unterhalt →
- oesterreich.gv.at · Kindesunterhalt →
❓ Häufige Fragen
Wie wird der Kindesunterhalt berechnet?
Der Unterhalt wird nach der Prozentwertmethode als Anteil des monatlichen Nettoeinkommens des Unterhaltspflichtigen bemessen. Die Sätze betragen 16 Prozent bis 5 Jahre, 18 Prozent von 6 bis 9, 20 Prozent von 10 bis 14 und 22 Prozent ab 15 Jahren. Für weitere Sorgepflichten gibt es Abzüge.
Was sind die Regelbedarfssätze 2026?
Die Regelbedarfssätze für 2026 reichen von 360 Euro für Kinder bis 5 Jahre über 460, 560 und 700 Euro bis zu 800 Euro ab 20 Jahren. Sie werden jährlich im Jänner angepasst und dienen vor allem als Richt- und Obergrenze, etwa für die Luxusgrenze.
Gibt es einen Mindestunterhalt?
Streng genommen nicht als fixen Betrag. Bindend ist immer der Prozentsatz des Nettoeinkommens. Der Regelbedarf ist ein Richtwert und eine Obergrenze und kein gesetzlicher Mindestboden. Hat das Kind kein eigenes Einkommen, ergibt sich der Unterhalt aus dem Prozentanteil am Netto.
Wird die Familienbeihilfe angerechnet?
Nein. Nach der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs wird die Familienbeihilfe nicht mehr auf den Unterhalt für minderjährige oder volljährige Kinder angerechnet. Sie mindert den zu zahlenden Geldunterhalt also nicht.
Was ist die Luxusgrenze?
Die Luxusgrenze, umgangssprachlich Playboygrenze, begrenzt den Unterhalt bei sehr hohen Einkommen. Der Unterhalt wird dann bei etwa dem Zwei- bis Zweieinhalbfachen des Regelbedarfs gedeckelt, ungefähr beim Zweifachen für Kinder unter 10 und beim Zweieinhalbfachen ab 10 Jahren.
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