Darf Ich?EN
§ 29 StVZO · Prüfstelle oder Werkstatt · Kosten
Aktualisiert Oktober 2026

🔍 Darf ich den TÜV auch in der Werkstatt machen lassen?

Ja
Kurze Antwort

Ja. „TÜV“ heißt offiziell Hauptuntersuchung (HU). Prüfen darf nicht die Werkstatt, sondern nur ein amtlich anerkannter Sachverständiger der regionalen Technischen Prüfstelle oder ein Prüfingenieur einer anerkannten Überwachungsorganisation – an einer Prüfstelle oder in einer Werkstatt, die als Prüfstützpunkt dient. Die Technischen Prüfstellen berechnen für einen Pkw die amtliche Gebühr von 32,90 bis 51,60 €; dazu kommen die Abgasuntersuchung bei Verbrennern und kleine Nebengebühren. Überwachungsorganisationen legen ihre Preise selbst fest und müssen sie aushängen. Vergleiche den Gesamtpreis bei mindestens drei Stellen.

📋 Was das Gesetz vorschreibt

  • Prüfen dürfen nur amtlich anerkannte Sachverständige oder Prüfingenieure anerkannter Überwachungsorganisationen – überall nach denselben technischen Standards
  • Ort: eine Prüfstelle oder ein Prüfstützpunkt in einer in die Handwerksrolle eingetragenen Kfz-Werkstatt
  • Die Technischen Prüfstellen müssen so viele Prüfstellen betreiben, dass kein Ortsmittelpunkt in ihrem Bereich mehr als 25 km Luftlinie von einer Prüfstelle entfernt ist (Ausnahmen möglich)
  • Pkw: HU alle 24 Monate, Neuwagen erstmals nach 36 Monaten; Motorräder alle 24 Monate
  • Die nächste Frist zählt ab dem Monat der HU – wer früher hingeht, ist auch früher wieder dran
  • Preisaushang bei Überwachungsorganisationen: ihr Entgelt, ein Werkstattpreis für die Abgasuntersuchung und ein Zuschlag für die Werkstattnutzung jeweils gesondert
  • Geprüft werden u. a. Bremsen, Lenkung, Sicht, Licht und Elektrik, Achsen, Räder und Reifen, Rahmen und Aufbau, Gurte und Airbags, Warndreieck, Warnweste und Verbandkasten, Abgas und Geräusch sowie die Fahrzeug-Identifizierungsnummer

🔓 Worauf du achten solltest

  • Abgasuntersuchung vorab: Eine dafür anerkannte Werkstatt darf sie höchstens einen Monat vor der HU machen; der Nachweis geht an den Prüfer
  • Gasantrieb (Autogas, Erdgas): Auch die Gasanlagenprüfung darf eine anerkannte Werkstatt höchstens einen Monat vorher übernehmen
  • Reine Elektroautos: keine Abgasuntersuchung – sie gilt nur für Otto- und Dieselmotoren
  • Saisonkennzeichen: Fällt die HU außerhalb der Saison an, ist sie im ersten Monat der nächsten Saison fällig
  • Außer Betrieb gesetzt: Die Untersuchungspflicht ruht; eine inzwischen fällige HU holst du bei der Wiederzulassung nach

⚠️ Kosten und Bußgelder

Kosten: Bei den Technischen Prüfstellen beträgt die amtliche Gebühr für die HU eines Pkw 32,90 bis 51,60 €, dazu kommen 1,60 € Nebengebühren, bei Verbrennern die Abgasuntersuchung und gegebenenfalls Umsatzsteuer; Überwachungsorganisationen hängen ihre Preise aus. Wer die HU beim Pkw mehr als zwei Monate überzieht, zahlt 15 € (bis 4 Monate), 25 € (bis 8 Monate) oder 60 € und 1 Punkt (mehr als 8 Monate); wer nicht rechtzeitig zur Nachprüfung kommt, zahlt 15 €. Ohne gültige Plakette kann die zuständige Behörde den Betrieb des Fahrzeugs untersagen. Bei erheblichen oder gefährlichen Mängeln gibt es keine Plakette: reparieren lassen und spätestens einen Monat nach der HU zur Nachprüfung, sonst ist eine neue HU fällig. Plakette schon abgelaufen? Alles zu Fristen und Folgen steht auf der Seite „TÜV überziehen“.

📎 Offizielle Quellen

Zuletzt geprüft: 2026-10-25

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❓ Häufige Fragen

Was kostet der TÜV 2026 für einen Pkw?

Bei den Technischen Prüfstellen sieht die Gebührenordnung für die HU eines Pkw bis 3,5 t 32,90 bis 51,60 € vor. Dazu kommen bei Verbrennern die Abgasuntersuchung (an der Prüfstelle oder vorab in einer anerkannten Werkstatt), 1 € für die Prüfvorgaben, 0,60 € für die Plakette und gegebenenfalls Umsatzsteuer. Überwachungsorganisationen legen ihre Entgelte selbst fest und müssen sie aushängen – vergleiche den Gesamtpreis bei mindestens drei Stellen.

TÜV in der Werkstatt oder direkt bei der Prüfstelle: Was ist der Unterschied?

Die Prüfung selbst ist dieselbe: Auch in der Werkstatt untersucht ein Sachverständiger oder Prüfingenieur nach denselben Standards, nicht die Werkstatt. Die Werkstatt darf für die Nutzung ihrer Räume und Geräte einen Zuschlag verlangen, der bei Überwachungsorganisationen gesondert ausgehängt werden muss. Mängel, die noch während der Untersuchung – längstens am selben Kalendertag – behoben werden, vermerkt der Prüfer mit Uhrzeit im Bericht.

Was brauche ich, wenn ich den TÜV machen lasse?

Nimm die Zulassungsbescheinigung Teil I mit (dort trägt der Prüfer den nächsten HU-Termin ein) und den letzten Untersuchungsbericht, den du bis zur nächsten HU aufbewahren musst. Hat eine anerkannte Werkstatt die Abgasuntersuchung vorab gemacht, gib dem Prüfer den Nachweis. Prüfe vorher selbst Licht, Reifen, Scheibenwischer sowie Warndreieck, Warnweste und Verbandkasten.

Wie lange habe ich Zeit für die Nachprüfung?

Einen Monat ab dem Tag der HU. Kommst du später oder ohne den Untersuchungsbericht, wird statt der Nachprüfung eine neue HU fällig, und für die verspätete Vorführung droht ein Bußgeld von 15 €. Sind Mängel vor einer neuen Plakette zu beheben, verlängert sich die Gültigkeit deiner bisherigen Plakette um einen Monat.

Wird der TÜV teurer, wenn ich überzogen habe?

Ja, ab mehr als zwei Monaten. Dann muss der Prüfer gründlicher untersuchen, und bei den Technischen Prüfstellen steigt die HU-Gebühr um 20 %. Dazu kommt beim Pkw ein Bußgeld von 15 € (bis 4 Monate), 25 € (bis 8 Monate) oder 60 € und 1 Punkt in Flensburg (mehr als 8 Monate).

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