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Arbeitsrecht · Dienstzeugnis
Aktualisiert Juni 2026

📄 Darf ich ein Dienstzeugnis verlangen?

Ja
Kurze Antwort

Ja — du hast einen Rechtsanspruch. Am Ende des Dienstverhältnisses muss dir der Arbeitgeber ein Dienstzeugnis ausstellen, ohne dass du einen Grund nennen musst. Das einfache Zeugnis muss Dauer und Art der Tätigkeit enthalten — klar genug, dass man ein zutreffendes Bild deiner Rolle bekommt. Auf ein qualifiziertes Zeugnis (mit Bewertung deiner Leistung) gibt es keinen Anspruch; positive Bewertungen darf der Arbeitgeber freiwillig aufnehmen. Das Zeugnis darf in Inhalt und Form nichts enthalten, das die Jobsuche erschwert (Erschwerungsverbot) — keine versteckten Negativ-Codes. Das Endzeugnis ist kostenlos. Kurz: ja, kostenlos und ohne nachteilige Formulierungen.

📋 Die Regeln

  • Anspruch am Ende des Dienstverhältnisses
  • Muss Dauer und Art der Tätigkeit nennen
  • Kein Anspruch auf Leistungsbewertung
  • Erschwerungsverbot: nichts Nachteiliges
  • Endzeugnis ist kostenlos

🔓 Ausnahmen

  • Anspruch verjährt erst nach 30 Jahren
  • Zwischenzeugnis während des Jobs kann kostenpflichtig sein
  • Fehlerhaftes Zeugnis: Anspruch auf Korrektur

⚠️ Strafen & Bußgelder

Eine feste Geldstrafe gibt es nicht — den Anspruch setzt du notfalls beim Arbeits- und Sozialgericht durch (Klage auf Ausstellung oder Korrektur). Der Anspruch ist sehr langlebig: Er verjährt erst nach 30 Jahren, du kannst ein Zeugnis also lange rückwirkend verlangen. Achtung Mythos: „Mein Chef darf ins Dienstzeugnis schreiben, was er will, auch Negatives“ ist falsch — das Erschwerungsverbot verbietet jede offene oder verschlüsselte Formulierung, die deine Jobsuche behindert; eine Leistungsbewertung kannst du nicht verlangen, aber Negatives darf auch nicht hineingeschrieben werden. Tipp: Lass ein Zeugnis mit verdächtigen Formulierungen von der AK prüfen.

📎 Offizielle Quellen

Zuletzt geprüft: 2026-06-20

❓ Häufige Fragen

Habe ich Anspruch auf ein Dienstzeugnis?

Ja. Am Ende des Dienstverhältnisses muss dir der Arbeitgeber ein Dienstzeugnis ausstellen, und du musst dafür keinen Grund angeben. Das einfache Dienstzeugnis muss die Dauer und die Art deiner Tätigkeit so klar beschreiben, dass ein Leser ein zutreffendes Bild deiner Rolle bekommt.

Muss eine Bewertung drinstehen?

Nein. Auf ein qualifiziertes Dienstzeugnis, das deine Leistung oder dein Verhalten bewertet, hast du keinen Rechtsanspruch. Der Arbeitgeber darf positive Bewertungen freiwillig aufnehmen, ist dazu aber nicht verpflichtet. Verpflichtend sind nur Dauer und Art der Tätigkeit.

Darf Negatives im Zeugnis stehen?

Nein. Das Erschwerungsverbot untersagt jede Formulierung, die deine Jobsuche erschwert, auch versteckte oder verschlüsselte Negativ-Codes. Das Zeugnis muss in Inhalt und Form sachlich bleiben und vom Aussteller unterschrieben sein.

Ist das Dienstzeugnis kostenlos?

Das Endzeugnis bei Beendigung des Dienstverhältnisses ist kostenlos. Für ein Zwischenzeugnis, das du während des laufenden Dienstverhältnisses verlangst, darf der Arbeitgeber dagegen ein Entgelt verlangen.

Wie lange kann ich es verlangen?

Der Anspruch auf ein Dienstzeugnis verjährt erst nach 30 Jahren. Du kannst ein Zeugnis also auch noch viele Jahre nach dem Ende des Dienstverhältnisses einfordern. Stellt der Arbeitgeber keines aus, kannst du das vor dem Arbeits- und Sozialgericht durchsetzen.

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