Wie kann ich in der Schweiz den Arbeitsvertrag kündigen?
Es kommt auf die Dienstdauer an — und es gelten klare Fristen. Beide Seiten können einen unbefristeten Arbeitsvertrag mit der gesetzlichen Frist kündigen (OR 335c): Probezeit 7 Tage (jederzeit), im 1. Jahr 1 Monat, im 2.–9. Jahr 2 Monate, ab dem 10. Jahr 3 Monate, jeweils auf das Monatsende. Auf Verlangen muss die Kündigung schriftlich begründet werden. Während Sperrfristen (Krankheit/Unfall, Schwangerschaft + 16 Wochen, Militärdienst) ist eine Kündigung durch den Arbeitgeber nichtig (OR 336c). Eine missbräuchliche Kündigung kann eine Entschädigung von bis zu 6 Monatslöhnen auslösen. Kurz: ja, mit der richtigen Frist und ausserhalb der Sperrfristen.
📋 Die Regeln
- Probezeit 7 Tage, danach gestaffelt
- 1. Jahr 1 Monat, ab 2. Jahr 2 Monate
- Ab 10. Jahr 3 Monate, auf Monatsende
- Sperrfristen: Kündigung des Arbeitgebers nichtig
- Missbräuchliche Kündigung: bis 6 Monatslöhne
🔓 Ausnahmen
- Probezeit standardmässig 1 Monat, max 3 Monate vereinbar
- Sperrfristen nur nach der Probezeit und nur für Arbeitgeber-Kündigung
- Fristlose Kündigung nur bei wichtigem Grund
⚠️ Strafen & Bussen
Eine Kündigung während einer Sperrfrist (z. B. bei unverschuldeter Krankheit: 30/90/180 Tage je nach Dienstjahr, oder Schwangerschaft + 16 Wochen) ist nichtig und entfaltet keine Wirkung. Eine missbräuchliche Kündigung (gegen Treu und Glauben) kann eine Entschädigung von bis zu 6 Monatslöhnen auslösen; man muss vor Ablauf der Frist schriftlich Einsprache erheben und innert 180 Tagen nach Ende des Arbeitsverhältnisses klagen. Vorsicht vor einem Mythos: «der Arbeitgeber kann jederzeit fristlos kündigen» — falsch; eine fristlose Kündigung braucht einen wichtigen Grund. Tipp: Kündigung immer schriftlich und eingeschrieben, und die 180-Tage-Frist im Auge behalten.
📎 Offizielle Quellen
❓ Häufige Fragen
Wie lang ist meine Kündigungsfrist?
Das hängt von der Dienstdauer ab. In der Probezeit beträgt sie 7 Tage, im ersten Jahr einen Monat, vom zweiten bis neunten Jahr zwei Monate und ab dem zehnten Jahr drei Monate, jeweils auf das Monatsende. Vertraglich darf die Frist verlängert, aber nicht beliebig verkürzt werden.
Was sind Sperrfristen?
Sperrfristen schützen Arbeitnehmende nach der Probezeit vor einer Kündigung durch den Arbeitgeber in bestimmten Situationen, etwa bei unverschuldeter Krankheit, Unfall, Schwangerschaft und während sechzehn Wochen danach oder bei Militärdienst. Eine Kündigung während einer Sperrfrist ist nichtig.
Was ist eine missbräuchliche Kündigung?
Eine missbräuchliche Kündigung verstösst gegen Treu und Glauben, etwa wenn jemand entlassen wird, weil er einen berechtigten Anspruch geltend gemacht hat. Sie ist gültig, kann aber eine Entschädigung von bis zu sechs Monatslöhnen auslösen, wenn man rechtzeitig vorgeht.
Wie wehre ich mich gegen eine missbräuchliche Kündigung?
Du musst vor Ablauf der Kündigungsfrist schriftlich Einsprache beim Arbeitgeber erheben und danach innert 180 Tagen nach Ende des Arbeitsverhältnisses Klage einreichen. Hältst du diese Fristen nicht ein, verlierst du den Anspruch auf eine Entschädigung. Dokumentiere die Umstände sorgfältig.
Kann mein Arbeitgeber fristlos kündigen?
Nur bei einem wichtigen Grund, der die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar macht, etwa bei einer schweren Pflichtverletzung. Eine ungerechtfertigte fristlose Kündigung bleibt zwar wirksam, kann aber zu Lohnersatz und einer Entschädigung führen. Im Zweifel lohnt sich eine Beratung.
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